Man & Measurement

Research | Design

Eine Studie über die Qualitäten der wissenschaftlichen Maßeinheit Meter, des natürlichen Zufalls und der in Pixel angegebenen Bildauflösungen.

Die Studie MAN & MEASUREMENT untersucht die Entstehung der Maßeinheit Meter und die Entwicklung von einer entscheidenden Grundlage für Wissenschaft und Kulturaustausch zu einer nebensächlichen Einheit für Formatvorlagen. Sie hebt die Gegensätze und Gemeinsamkeiten hervor, die zwischen einer reproduzierenden Genauigkeit in der industriellen Produktentwicklung, einer ästhetisch getriebenen Individualität der Anwendung und der gefühlt grenzenlosen Gestaltungsmöglichkeiten im digitalen Raum.

Die vielseitig veranschaulichte Studie verdeutlicht, wie das metrische System, das ursprünglich als universelle und präzise Einheit konzipiert wurde, auf kulturellen Widerstand stieß und sich in der Bevölkerung nur langsam durchsetzte. Ein zentraler Punkt der Recherche ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Meter durch Künstler wie Marcel Duchamp, der mit seinem Projekt „3 Stoppages étalon” die rationale, wissenschaftliche Definition des Meters durch Zufall und Subjektivität erweitert.

Der Meter wurde im späten 18. Jahrhundert von einer Gruppe internationaler Wissenschaftler erfunden, die von der Akademie der Wissenschaften in Frankreich beauftragt wurde. 

Der erste Ur-Meter wurde als flacher Messingstab hergestellt und wird heute in einer Holzkiste in der Académie des sciences de l’Institut de France in Paris aufbewahrt.

Im Rahmen der Französischen Revolution wurde in Frankreich die Benutzung alter Maßeinheiten, die sich auf den Menschen beziehen, wie z.B. Elle und Fuß, gesetzlich untersagt. In Paris wurden an sechs öffentlichen Orten ein meterlange Etalons aus Stein montiert, die Geschäftsleuten z.B. im Textilhandel das neue Maß vorgeben sollten.

Meter (lat. metrum – Maß, Werkzeug zum Messen, Länge)

„Messen ist das theoretische und kognitive Erfassen im Verhältnis zu einem Gegenwert.„

 

Ein Lineal hat seinen Sinn verfehlt, wenn es nicht genau ist.

Wissenschaftler und Denker suchten um 1900 nach Beschreibungen der natürlichen Faktoren des Lebens. Albert Einstein z.B. erkannte die Relativität von Raum und Zeit, Nietzsche machte das “Subjekt-Sein” bewusst und die Kunst entwickelte den Kubismus, entstanden aus Diskussionen über menschliche Wahrnehmung, Geometrie, Zeit, Bewegung und Zufall.

 

Das metrische Maßsystem wird in Zahlen gemessen, wobei Duchamps Etalon eine Schablone ist, die er in seinen Werken einsetzt, um eigene Verhältnisse und eine Konsequenz innerhalb seiner Werke zu schaffen.

Um die Intentionen der Künstlerinnen und Künstler dieser Zeit in der Studie zu visualisieren und darauf aufzubauen, entstanden Fotografien, Tiefdrucke und Collagen, die die Themen Messen, Maßstab, Präzision, Beschränkungen und die Integration der eigenen Identität behandeln.

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