Eine experimentelle Recherche, um das natürliche Abfallprodukt der Kokospalme, die „Rinde”, zu recyceln und die lokalen Traditionen in der Gestaltung einzubinden.
Betrachtet man ein vertrocknetes, heruntergefallenes Blatt der Kokospalme, sieht man, dass die einst grünen Blätter ihre Pigmente verlieren und sich in ein bekanntes Hellbraun verändern. Das Innere des Teils, der am Stamm wächst, strahlt hingegen in kräftigen Rottönen.
Diese Farben und die Tatsache, dass die Ressource als Abfall betrachtet wird, motivierten mich dazu, aus der “Rinde” neue Materialien zu entwickeln.
Palmblätter werden in vielen südostasiatischen Ländern im traditionellen Handwerk verarbeitet und für verschiedene Produkte wie Hüte, Matten, Besen, Körbe uvm. verwendet.
Doch nicht die harte „Rinde”.
Die offizielle Bezeichnung des holzartigen Teils des Palmblatts ist Blattscheide. Diese hat eine dünne Haut, die sich beim Trocknen rötlich-bräunlich färbt.
In unterschiedlichen Verfahren probierte ich aus, wie die rötlich-bräunliche Haut abgetrennt werden kann und welche Eigenschaften sie besitzt.
Das gewonnene Material ist ähnlich wie dickes Leder, recht robust, doch nicht so flexibel und leicht brüchig.
Besonders Regionen wie Java oder Bali sind für ihre außergewöhnlichen Holzarbeiten bekannt. So werden z.B. die Absätze traditioneller Holzschuhe mit viel Präzision und filigran geschnitzt. In Indonesien waren Holzschuhe über viele Jahrhunderte verbreitet und nicht nur funktional, sondern auch ein Ausdruck von Status und Handwerkskunst.
Inspiriert durch meine Recherchen in Indonesien zum traditionellen Rohstoff Palmblätter (siehe entsprechendes Projekt), entstand die Idee, einen Schuh mit kulturellem Bezug aus diesem neuartigen Textil zu entwerfen.
Mein Design greift die Tradition des indonesischen Holzschuhs auf und interpretiert sie auf moderne und kommerziell einsetzbare Art.
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